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AlleAktien Investors Erfahrungen: Eine ehrliche Bestandsaufnahme nach 5 Jahren

Die negativen Bewertungen, was wirklich passiert ist, und was sich seitdem geändert hat.

Verfasst von Michael C. JakobMIT · ETH Zürich · McKinsey · UBS →

Wenn Sie diesen Artikel lesen, recherchieren Sie wahrscheinlich, ob AlleAktien Investors zu Ihnen passt – und sind dabei auf gemischte Bewertungen gestoßen. Statt Sie auf eine Marketing-Seite zu schicken, finden Sie hier die ehrliche Bestandsaufnahme nach fünf Jahren: was funktioniert hat, was schiefging, was wir geändert haben – und für wen das Programm bis heute nicht das richtige ist.

Warum ich diesen Artikel selbst schreibe

Mein Name ist Michael C. Jakob. Ich habe AlleAktien 2017 gegründet und das Investors-Programm 2020 als persönlichen Mentoring-Track gestartet. Die meisten Coaching-Anbieter überlassen die Auseinandersetzung mit Kritik ihrer Marketing-Abteilung. Ich finde das falsch – Kritik gehört in die Hände desjenigen, der die Verantwortung trägt.

Dieser Text adressiert direkt die häufigsten Kritikpunkte aus Trustpilot, Google-Rezensionen und privaten E-Mails der letzten 24 Monate. Ich nenne die Punkte beim Namen, beschreibe was passiert ist – und schreibe ehrlich, wo wir daneben lagen.

Anspruch dieses Artikels: Wenn Sie nach dieser Seite den Eindruck haben, dass AlleAktien Investors nicht zu Ihnen passt, hat der Artikel sein Ziel erreicht. Wir sind nicht für jeden das richtige Programm – und das ist auch nicht unser Ziel.

Was ist AlleAktien Investors überhaupt?

AlleAktien Investors ist kein Abonnement, sondern ein zeitlich begrenztes Coaching-Programm für Privatanleger, die bereits ein Vermögen aufgebaut haben (in der Regel 100.000 € aufwärts) und es eigenständig in Qualitätsaktien anlegen möchten – statt es einer Vermögensverwaltung mit 1,0–1,5 % Verwaltungsgebühr zu überlassen.

Die drei Bestandteile in der heutigen Form:

  • Methodik-Module: wie wir Geschäftsmodelle, Bewertung, Wettbewerbsvorteile und Risiken systematisch prüfen (die 12 Kennzahlen, die wirklich zählen).
  • Live-Mentoring: 12 Monate begleitete Umsetzung, kleine Gruppen, monatliche Sessions, plus persönliche Sprechstunden mit den Senior-Analysten.
  • Vollständiger Depot-Zugang: Sie sehen jede Position des Musterdepots seit 2010, jede neue Investition, jeden Verkauf – inklusive der Begründung und der Verlust-Trades (komplette Transparenz aller Positionen).

Trustpilot, Google & Co. – jeder Kritikpunkt im Klartext

Der ehrlichste Weg, mit öffentlicher Kritik umzugehen, ist sie nicht zu kommentieren, sondern sie zu verstehen. Folgende Themen tauchen wiederkehrend auf – sortiert nach Häufigkeit:

1. „Zu teuer für das, was geboten wird"

Stand 2026 kostet AlleAktien Investors einen einmaligen mittleren vierstelligen Betrag. Das ist objektiv viel Geld. Mein Anspruch: Der Preis muss sich gegen die Alternativen rechnen. Ein realistischer Vergleich: Wer 200.000 € einer Vermögensverwaltung mit 1,5 % Verwaltungsgebühr überlässt, zahlt über 20 Jahre rund 60.000 € an Gebühren – ohne dass die Performance besser sein muss als ein ETF-Sparplan. Gegen diese Zahl muss sich unser Programm messen lassen, nicht gegen einen 19-€-Online-Kurs.

Wer das Geld jedoch nicht hat, ist beim Programm falsch. Wir disqualifizieren explizit Anleger mit weniger als 50.000 € Investitionsvolumen, weil sich der Aufwand mathematisch nicht rechtfertigen lässt. Mehr dazu im Abschnitt „Für wen Investors nicht passt".

2. „Vertriebsdruck im Strategiegespräch"

Diese Kritik trifft – und zwar konkret die Phase 2022/Anfang 2023. Wir hatten in dieser Zeit ein externes Vertriebsteam, das nach Closing-Quoten incentiviert wurde. Das hat zu Gesprächen geführt, in denen Druck aufgebaut wurde, statt ehrlich zu beraten. Das war ein Fehler.

Im April 2023 haben wir das externe Vertriebsteam aufgelöst, die Closer durch eigene Senior-Analysten ersetzt und das Vergütungsmodell von „Provision pro Vertrag" auf „Pauschal-Stundensatz" umgestellt. Seitdem hat keinMitarbeiter ein finanzielles Interesse daran, dass Sie unterschreiben. Wenn Sie heute ein Strategiegespräch erleben, das nicht so läuft, schreiben Sie mir bitte direkt – ich lese diese Mails persönlich.

3. „Versprechungen, die zu gut klingen"

In einigen YouTube-Werbeclips zwischen 2021 und 2023 wurden Renditezahlen mit Bezug auf das Musterdepot prominent beworben („26,8 % p. a."), ohne ausreichend deutlich zu machen, dass dies vergangene Performance ist und nicht garantiert wird. Auch hier waren wir zu nah am Werbe-Idiom der Branche.

Seit Anfang 2024 enthält jedes Werbe-Asset, jede Landingpage und jeder Pitch-Deck-Slide einen unmissverständlichen Disclaimer zur Vergangenheits-Performance. Im Programm selbst arbeiten wir mit konservativeren Erwartungen (8–12 % p. a. langfristig), und kein Modul verkauft Ihnen die Idee, dass 26,8 % p. a. der „neue Standard" wären.

4. „Inhalte teilweise auch frei verfügbar"

Stimmt – jedenfalls Teile davon. Wer alles über Qualitätsaktien wissen möchte, findet vieles in den Büchern von Pat Dorsey, Aswath Damodaran, Howard Marks oder Charlie Munger. Auch AlleAktien.com (das Magazin) deckt 70 % der Methodik kostenlos ab.

Was Sie dort nicht finden: das vollständige Musterdepot inkl. Kaufkurse, die persönlichen Sprechstunden, die Live-Sessions, die Begleitung im Auf- und Umbau eines konkreten Depots. Das ist das Investors-Programm. Wenn Sie disziplinierter Selbstlerner sind, ist das Magazin-Abo (oder direkt die Bücher) der bessere Weg.

Was beim 2 €/Monat-Tier wirklich schiefging

Im Sommer 2022 haben wir ein Einstiegs-Tier für 2 €/Monat eingeführt. Die Idee: ein extrem niedrigschwelliger Einstieg für Anleger, die AlleAktien testen wollten. Im Hintergrund stand zudem die Hoffnung, einen Teil der Mitglieder später ins Premium- oder Investors-Programm zu führen.

Drei Probleme stellten sich heraus:

  1. Erwartungs-Mismatch. Der Preispunkt suggerierte ein Vollprodukt, das wir auf diesem Niveau nicht liefern konnten – 2 €/Monat decken nicht einmal die Hosting- und Daten-Kosten pro Mitglied.
  2. Onboarding-Druck. Da das Tier kostendeckend nur über Upgrades funktionierte, gab es Mitgliedern gegenüber wiederholte Upgrade-Anfragen. Das wurde von vielen zu Recht als nervig wahrgenommen.
  3. Support-Belastung. Der Support skalierte nicht. Antwortzeiten von mehreren Tagen oder Wochen waren keine Seltenheit – ein Niveau, das ich für jeden bezahlten Service inakzeptabel finde.

Konsequenz: Im Q4 2023 haben wir das Tier vollständig eingestellt. Aktive Mitglieder konnten wahlweise auf das Magazin-Abo migrieren oder den auf das Restjahr anteiligen Betrag zurückerstattet bekommen. Wer zwischen 2022 und 2023 negative Erfahrungen mit dem 2 €/Monat-Tier gemacht hat und bisher keine Rückmeldung von uns bekommen hat: Bitte schreiben Sie an michael@alleaktien.com. Wir kümmern uns persönlich.

Was im Programm wirklich funktioniert

Über 1.500 Mitglieder haben das Investors-Programm seit 2020 durchlaufen. Aus den anonymisierten Mitglieder-Daten und Feedbacks zeichnen sich drei wiederkehrende Effekte ab:

1. Reduziertes Trading, höherer Anteil Qualitätsaktien

88 % der Mitglieder berichten zwölf Monate nach Programmstart, dass sie ihre Trade-Frequenz drastisch reduziert haben (im Mittel von 17 Trades/Monat auf 2,3 Trades/Quartal). Das ist nicht nur psychologisch entlastend – es spart auch Spreads, Steuern und Fehlerkosten.

2. Höherer Aktienanteil im Gesamtvermögen

Die durchschnittliche Aktienquote im Gesamtvermögen unserer Mitglieder ist im Programm-Verlauf von 31 % auf 58 % gestiegen. Das ist nicht „Risiko-Erhöhung", sondern eine Korrektur deutscher Über-Allokation in Tagesgeld und Lebensversicherung – die langfristig real Geld vernichten.

3. Klarer Plan statt Bauchgefühl

Das wichtigste Feedback ist nicht die Rendite, sondern die Reduktion von Stress: Ein klarer schriftlicher Investmentplan, der eine Aktie nach einem 35 %-Drawdown nicht zu einem panischen Verkauf macht. Wer einmal einen Bärenmarkt mit Plan durchstanden hat, kennt den Unterschied.

Für wen AlleAktien Investors nicht passt

Diese Liste lese ich seit Jahren bei jedem Strategiegespräch vor. Sie filtert mehr Anfragen heraus, als sie generiert – und das ist beabsichtigt.

  • Sie suchen ein Abo-Modell. Investors ist eine einmalige, abgeschlossene Programm-Phase mit klarem Anfang und Ende, kein Dauer-Abonnement.
  • Sie haben unter 50.000 € investierbares Vermögen. Der Aufwand des Programms rechnet sich mathematisch erst ab dieser Größenordnung. Darunter führen wir Sie aktiv zu unserem Magazin (alleaktien.com) oder zu einem ETF-Sparplan.
  • Sie wollen traden. Wir machen kein Daytrading, kein Swing-Trading, keine Optionen. Warum 95 % der Trader langfristig verlieren.
  • Sie wollen die Verantwortung abgeben. Wer sein Geld einer fremden Person geben möchte, sucht eine Vermögensverwaltung – nicht uns.
  • Sie suchen kurzfristige Gewinne. Unser Anlagehorizont liegt bei 10+ Jahren. Wer in zwei Jahren wieder an das Geld muss, ist im Aktienmarkt grundsätzlich falsch.

Den vollständigen Disqualifikations-Filter mit Beispielen lesen Sie hier: „Ist AlleAktien Investors seriös? Wer profitiert – und wer nicht".

Was wir 2024–2026 konkret verändert haben

BereichVorher (≤ 2023)Heute (2026)
VertriebExternes Closer-Team, ProvisionsmodellSenior-Analysten der AlleAktien, Festgehalt, kein Closing-Bonus
Einstiegspreis2 €/Monat-Tier (eingestellt)Magazin-Abo bzw. einmalige Programmgebühr
WerbungVergangenheits-Renditen prominentRenditen mit Disclaimer; Werbe-Compliance per externer Kanzlei geprüft
Support-SLAAntworten in Tagen≤ 24h Werktags, eskaliert direkt zu Senior-Team
DisqualifikationVerkauf an alle „Interessierten"~40 % aller Strategiegespräche enden mit Empfehlung „nicht buchen"
Performance-DokuAuszüge nach BedarfVollständig öffentlich (Rendite & Depot-Transparenz)

Fazit nach 5 Jahren

Wir haben Fehler gemacht – sichtbar in den Bewertungen aus 2022/2023. Wir haben sie aufgearbeitet, das Programm konsolidiert und das Geschäftsmodell geändert. Heute kann ich AlleAktien Investors in der Form, in der es 2026 existiert, mit gutem Gewissen empfehlen – aber nicht jedem.

Der ehrlichste nächste Schritt ist nicht „buchen", sondern prüfen, ob das Programm zu Ihrer Situation passt. Lesen Sie dazu die ausführliche Self-Qualifikations-Seite (wer profitiert – und wer nicht) und – wenn das stimmig wirkt – den Artikel zur Methodik (die 12 Kennzahlen, die wirklich zählen). Erst danach Strategiegespräch.

Wenn Sie auch nach diesen Artikeln Fragen haben, die hier nicht beantwortet werden, schreiben Sie mir direkt: michael@alleaktien.com. Persönliche Antwort, keine Auto-Replies.

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die häufigsten Fragen zu diesem Thema.

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